Oskar Nerlinger
(1893 Schwann – 1969 Berlin-Ost)
Nerlinger war Graphiker, Maler aber auch Photograph und gilt als
solcher als Protagonist des Neuen Sehens der zwanziger Jahre. Nach
einem Studium bei Emil Orlik am Kunstgewerbemuseum Berlin entstanden
1919/20 erstmals konstruktivistische Collagen und Klebebilder. 1924
erhielt er den Vorsitz der Gruppe "Die Abstrakten" und entwarf
typographische Skizzen und Plakate. Um 1926 entstanden erste
Photomontagen und –collagen, sowie Photogramme – mit Hilfe von
Seidenpapierschablonen entwickelte er einen eigenen Stil. Nerlinger
benutzte seine Photoarbeiten häufig für Reklamezwecke. Ab 1928
erschienen von ihm politisch-satirische Zeichnungen in
Arbeiterzeitschriften. Nerlinger hatte 1945-58 Professuren an
verschiedenen Hochschulen inne und war 1947-49 mit Karl Hofer
Herausgeber der Zeitschrift "Bildende Kunst".
Literatur (Auswahl):
Liebmann, K.: Oskar Nerlinger. Ein Beitrag
zur Kunst der Gegenwart, Dresden 1956.
Alice Lex-Nerlinger und Oskar Nerlinger,
Akademie der Künste der DDR/Neue Gesellschaft
für Bildende Kunst, Berlin (Ost) 1975.
Schröder-Kehler, Heidrun: Vom abstrakten
zum politischen Konstruktivismus: Oskar
Nerlinger und die Berliner Gruppe 'Die
Abstrakten', Diss. Heidelberg 1984.
Schröder-Kehler, H (Hrg.): Oskar Nerlinger
1893-1969, Ausst. Kat., Reuchlinhaus
Pforzheim, Pforzheim 1993.
Oskar Nerlinger 1893-1969,
Kat. Akademie der Künste Berlin,
Pforzheim 1994.